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coelestis, Cafeteria im Gesundheitsministerium, Berlin

coelestis, Cafeteria im Gesundheitsministerium, Berlin

coelestis, Cafeteria im Gesundheitsministerium, Berlin

coelestis, Cafeteria im Gesundheitsministerium, Berlin

Muster für coelestis, Gesundheitsministerium, Berlin
coelestis
Cafeteria im Bundesministerium für Gesundheit, Mauerstrasse, Berlin
- Ein kristalliner Körper unterhalb des Glasdaches der Cafeteria.
- 580 gleichseitige Dreiecke aus Plexiglas bilden 30 Polyeder.
- Hinterglasmalerei mit Pigmenttusche
- 206 x 1150 x 158 cm
Unsere Idee war es, das Formale mit dem Inhaltlichen poetisch zu verbinden. Der formale Ausgangspunkt ist die Architektur. Unter dem Glaskuppeldach, welches aus Dreiecken besteht, gibt es eine 170 cm hohe Umrandung. Dort haben wir von der Theke gegenüben liegenden Wand eine grosse kristalline Struktur appliziert, die an ein Edelsten-Cluster erinnert. Das Relief, welches sich aus Platonischen Körpern und Polyedern formt, bildet eine organische Antwort auf das Dreiecks-Glasdach. Sinnbildlich, als ob sich die Dreiecke des Daches zu einem Kristall – einem Cluster zusammenrballen und zu einer kristallinen Struktur ausblühen. Die Schatten der Körper auf der Wand sind im wechselnden Tageslicht farbig sein.
Das Kristall besteht aus 2 mm dünnem Makrolon, das inwändig mit Pigmenttusche bemalt ist. Jedes Dreieck bekommt eine eigene Bemalung und erhält eine andere Farbe als die Nachbardreiecke. Die gestische Handschrift – der „human touch“ ist als Ergänzung zu der perfekt gestylten Cafeteria erwünscht. Die Skulptur könnte man auch als zu einem Körper gewordene Malerei begreifen, da sie den gleichen Gesetzen folgt.
Die Polyeder bilden durch ihre farbige Transparenz Mischtöne. Sie wirken leicht und luftig. Das Licht durchdringt sie, bildet strahlende Reflexe und wirft farbige Schatten auf die Wand.
Assoziativ soll der Cluster an eine Edelstein-Struktur erinnern. Zum Einen symbolisiert es trotz der spielerisch leichten Erscheinung etwas Wertvolles – assoziativ in Bezug zu der Geschichte des Gebäudes und des Raumes als ehemalige Effektenkasse der Gründungsfiliale der Deutschen Bank – und zum Anderen wird Edelsteinen eine heilsame Wirkung zugeordnet, was eine poetische Metapher zum Nutzer des Gebäudes, dem Gesundheitsministerium bildet.
Der Coelestin wächst in einer ähnlichen Struktur und gehört zu den wichtigsten Heilsteinen überhaupt.
Der Name leitet sich vom griechisch „coelestis“ ab und bedeutet soviel wie „himmlisch“ oder „himmelblau“, das sinnbildlich den Himmel (das Licht von der Glasdecke) in den Raum holt.
Verspielt clustert sich die Glasdecke in Form eines Edelsteins in den Raum und erscheint himmelblau.
Heike Weber und Walter Eul, 2022